NEUERSCHEINUNGEN 2006
2016
Nichts von dem wäre mir in den Sinn gekommen, wenn er am Leben geblieben wäre, aber wenn jemand stirbt, und zwar weil er es so will, dann kannst du gar nicht anders als darüber nachzudenken, ob er es vielleicht wegen dir getan hat. Wegen irgendwas, was du getan oder nicht getan hast. Weil du einfach beschissenerweise existierst und das mehr ist, als sie ertragen können, wenn sie dabei noch zusätzlich herumlaufen und essen und atmen müssen. Ich habe es gehasst, über diesen Vaterkram nachzudenken, doch als ich schließlich damit durch war, hatte ich meine Ma im Kopf. Und das war schlimmer.

"Glaubt's ruhig: Perv ist eine wunderbar geschriebene und verdrehte Ode an Freaks, Beatniks,
Hopheads
und die Wilden und Verschrobenen überall. Jerry Stahl ist der amerikanische Hipster-Poet."
- James Ellroy

"Jerry Stahl's Perv, das ist wie Philip Roth, der mit dem Kopf voran auf Harry Crews zurast ...
Nackt, hässlich und lustig. Schwer zu verdauen, schwer aus der Hand zu legen."
- Eric Bogosian


2014
Er hatte vergessen wie mühsam es sein konnte auf jemand zu warten, den man nicht kannte und der wahrscheinlich nie aufkreuzen würde. Seine Hämorrhoiden machten sich wieder bemerkbar und er spürte wie ihm der Schweiß aus den Poren rann und seine Unterwäsche durchnässte. Aber ein Polizeibeamter der sich am Arsch kratzte, weil ihm die Hämorrhoiden juckten und vor dem Countdown nach Hause schlich, weil ihm die Luft ausging, war eine Vorstellung, mit der selbst Berger nicht anfreunden konnte.

2013
Seit 1995 bereist Miron Zownir die Länder des ehemaligen Ostblocks, darunter Russland, Polen, Bulgarien und die Ukraine. Ihn interessiert die Verwahrlosung und Hoffnungslosigkeit nach dem Ende des real existierenden Sozialismus. Seine Bilder erzählen die Geschichten verarmter Menschen, die an den Rändern der Metropolen in entlegenen U-Bahn-Stationen hausen und an Kälte, Alkoholismus, Gewalt und Armut leiden. Gelegentlich stößt er auf Leichen, für die sich niemand interessiert, bis die Polizei auf den Fotografen, den sie interessieren, aufmerksam wird. Die Menschen, die er portraitiert, gleichen offenen Wunden. Sie sind in vielfacher Weise beschädigt und werden nicht mehr ganz.

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2011
Ich hatte schon immer das Bedürfnis zurückzuschlagen, nicht nur gegen die geballte Faust meines Vaters, unserer Väter, den Vätern unseres Landes und Gott - der Vater, der Motherfucker - sondern manchmal, in einer perversen Umkehrung der Rollen, auch gegen mich selbst.
Meinen eigenen Körper attackieren. Meinem mir innewohnenden Sadomasochismus folgen und meinen Körper als Marterpfahl und Opferstätte benutzen.
An die Redneck-Schwuchtel von Lastwagenfahrer überantworten, der die anderen sexuell Schizophrenen überschreibt, die diese Irrenanstalt bewohnen - meinen Körper.

2011
" Ein paar Kinder standen da, bewarfen die Yaks mit Steinen und aßen Zuckerwatte. Die Yaks bewegten sich nicht, und ein vereinzelter Stein, der von ihrem staubigen Fell abprallte, schien sie nicht zu stören. Auch die Eltern, die schwitzend in der drückenden Hitze standen, erhoben keinen Einwand. Pete lehnet sich gegen den Draht, griff mit seinen Händen hinein, stand sprachlos da und fühlte, wie ihm kleine Bäche aus Schweiß den Körper herunterkurvten und sich hinter seinen Augen eine ungesunde Wut ansammelte.

„Sehen diese gottverdammten Tiere im Winter irgendwie besser aus?“ fragte er.

„Das sind feine Tiere, und sie sind ziemlich weit weg von zuhause,“ sagte Mr. Winekoff.

Das sind feine Tiere, und sie sind ziemlich weit weg von zuhause. Das sind wir alle, dachte Pete, aber das beantwortete nicht die Frage, die er gestellt hatte. "


2010

"Ich produziere nicht für das Hier und Jetzt, meine Arbeit dreht sich um das Hier und Jetzt. Ich bin die Stadtschreierin, die Dokumentaristin, die Journalistin, ich benutze alle möglichen Formate um meine Spur in der Geschichte zu hinterlassen, so wie die Geschichte ihre Spuren in mir hinterlassen hat."

Lydia Lunch

Es war meine erste Beziehung, in der Intimität nicht Gewalt bedeutete. Ich bin mir nicht sicher, ob es für J.G. auch so war. Ich poppte immer noch ab und zu den Straßenbauarbeiter, ein paar seiner Freunde und unsere gemeinsamen Bekannten. Was lange nicht so schlimm war wie mein unstillbares Bedürfnis, J.G. jedes verstörende Detail meiner zahllosen Seitensprünge zu enthüllen. Zwang ihn hinter das Schlüsselloch des Voyeurs. Dessen verzerrende Perspektive wie ein immer wiederkehrender Alptraum erschien. Ich betete ihn an, dennoch war es mir unmöglich, meine unersättliche Schürzenjägerei, meine menschenverachtende Sexualität und meine grausamen Enthüllungen zu zügeln, in denen ich die Schrecken schilderte, denen ich mein neuestes Spielzeug aussetzte, ehe ich es benutzt und weggeworfen zurückließ wie kaputtes Spielzeug, dessen Garantie abgelaufen war.

"Gibt es noch irgendjemanden in dieser Stadt, der blind ist gegenüber der Tatsache, daß wir direkt im verdammten Mittelpunkt der Hölle leben? Nun, vielleicht ist es an der Zeit vorzutreten und sich von Lydia Lunch die rosarote Brille von der Nase schlagen zu lassen."

L.A. WEEKLY


2009
Parasiten der Ohnmacht
Ich dachte an die Invaliden, Scharen von Kindern und Würstchen fressenden Eintagsfliegen in Disneyland, die sich an dem sterbenden Hans Wurst aufgegeilt hatten.
Das patentierte Gewinsel einer moralischen Null, die Kopien von den Eiterbeuteln der Menschheit machte und an die Armen verschenkte. Die Epigonen der großen Hungerleider, die durch die Dörfer zogen und selbstgemachte Marmelade verkauften.
Den Geier über dem Kadaver eines längst vergessenen Mordes, für den man den falschen aufgehängt hatte.
Die letzte Illusion am Straßenrand einer geschlechtslosen Stadt, wo an alkoholfreien Feiertagen geheimnisvolle Missgeburten mit jugendlichen Selbstmordkandidaten Fußball spielen.
Wie einer, der immer den Fernseher an hat und sich über die Sendungen aufregt. Und ich setzte mich neben die Null, auf die Badewanne im Klo nund machte Notizen:
Der erste Februar. Draußen liegt Schnee. Die Straßen sind leer. Die Stimmung ist prima.

2009
Nackig in Garden Hills Dolf Hermanstätter GOT ME ISBN 978-3-934790-12-4
Lange bevor Jester Garden Hills je gesehen hatte, wusste er schon alles über Perfektion. Wenn du perfekt bist, dann wirst du gewinnen. Das weiß jeder. Der perfekte Kämpfer gewinnt den Boxkampf. Der perfekte Arbeiter wird Präsident. Das ist ein Naturgesetz, so wie die Schwerkraft. Die Drachen fliegen an windigen Tagen. Kinder, die Milch trinken, haben kräftige Knochen. Darum stehen Männer morgens auf. Deswegen fechten Nationen Kriege aus. Und deswegen saß Jester an diesem Morgen auf dem Ponce-de-Leon-Gestüt in Ocala, Florida, auf diesem Pferd.

2008

GOT ME Cover
Dolf Hermanstätter GOT ME ISBN 978-3-934790-12-4
„Es gibt da draußen ja Leute, die dem TRUST ernsthaft vorwerfen, "es nicht geschafft zu haben" - damit ist natürlich nur der große finanzielle Erfolg gemeint, den das Heft - im Vergleich zu anderen - tatsächlich nicht hat. Aber für mich ist das kein Vorwurf, sondern eine Tatsache die gefeiert werden muss.
Wäre es nämlich so, dass wir finanziell total erfolgreich wären, wären wir auch abhängig (sind wir so natürlich auch, aber in anderer Form) und was mit Heften passiert, die es "geschafft" haben, kann man ja an denen selbst gut "bestaunen". Anders gesagt, es ist eine reife Leistung, ein Medium im zwanzigsten Jahr zu publizieren, OHNE es zu einem rein kommerziell erfolgreichen Betrieb verkommen zu lassen UND gleichzeitig die Selbstfinanzierung zu gewähren.“ Dolf.

2007

Götterspeed Cover
Ich träume, ich bin ein als Bauer verkleideter Prinz, von Gott gesandt. Ich bin gekommen, um sie zu retten. Nur ich kann ihren Körper erwecken, Erinnerungen einschläfern und sie sein Gesicht vergessen lassen. Die Wände sind steinern und klamm. Rote Lippen, grüne Augen, schwarzes Haar, blaues Blut. Umhänge und weiße Pferde, Blutflecken auf Kopfsteinpflasterstraßen. Sie durchsucht die Toten und die Leichen auf Karren, ein Leinentuch über ihrem Mund. Es gibt keine Zuflucht vor der Pest. Sie findet mich zwischen den Toten, rettet mich vorm Massengrab, wischt mir das Blut vom Gesicht und sagt: Erinnere dich, für jeden Mann den du umbringst, wird dir eine Sünde vergeben.
Ich werde von einem Verlangen verzehrt, das ebenso leicht von Gemetzel gestillt wird wie von Liebe.

2006

Der Fluch Cover
Für die Akten - ihr könnt mich Marvin Molar nennen. Ich sage nennt mich Marvin Molar, weil das nicht mein richtiger Name ist. So nenne ich mich halt. Ich kenne meinen richtigen Namen nicht. Niemand kennt ihn. Tatsächlich kennt ihn schon jemand, aber ich weiß nicht wo er ist. Al Molarski hat mich aufgezogen und mich Marvin genannt und sein Name ist alles was ich habe. Aber ich habe den "ski"-Teil weggelassen und nenne mich einfach Marvin Molar. Ich denke, mit mir ist schon genug falsch gelaufen, da muss ich nicht auch noch ein Polacke sein so wie Al.

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